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Nachdem wir euch schon zwei exzellente Bleistifte vorgestellt haben, steht natürlich die Frage im Raum: Wie spitzt man so einen Holzbleistift angemessen? Dazu empfehlen wir die Lektüre von „Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen“ von David Rees, erschienen im Metrolit Verlag. Ja, richtig, es gibt ein Buch nur über das Bleistiftspitzen und es hat ganze 224 Seiten.

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David Rees, ein US-amerikanischer Cartoonist und Comedian, war bei der US-Volkszählung beschäftigt, als er zum Ausfüllen der Formulare mehrere Bleistifte anspitzen musste, was für ihn eine derart befriedigende Tätigkeit war, dass er sich mit diesem Gewerbe selbstständig machte. Nun kann man sich für ca. 35 Dollar einen Bleistift von ihm anspitzen lassen (man bekommt ihn mit dem Holzabfall und in einer bruchsicheren Hülse zurück). Oder man liest seine detaillierte Anleitung zum Spitzen und probiert sich selber aus.

Das Buch, natürlich mit einem Augenzwinkern geschrieben, gibt einem dazu ausführliche Hilfestellung. Begonnen wird selbstverständlich mit der Ausrüstung: Rees stellt verschiedene Werkzeuge und Spitzer vor (unter anderem auch den KUM) und empfiehlt Arbeitsschutzkleidung und andere Utensilien zum erfolgreichen Spitzen. Als nächstes werden zur Verständigung die Anatomie des HB-Bleistifts geklärt und ein paar Lockerungsübungen empfohlen. Dann ran ans Werk: ob mit Messer, Hand- oder Kurbelspitzer – Rees erläutert in kleinen Schritten, wie man sich der perfekten Bleistiftspitze nähert. Die Anleitung ist reich bebildert und wird durch praktische Fakten ergänzt – zum Beispiel einer „Tabelle der typischen Stiftlänge nach jeder Umdrehung in einem Einklingenspitzer von 2,3 cm Länge bei mäßigem Druck“. Auch zum Thema Bleistiftspitzen mit Kindern hat sich Rees Gedanken gemacht – und vielleicht gelingt dem einen oder anderem Leser ja auch das „Bleistiftanspitzen durch die Kraft des Geistes“, wie es im letzten Kapitel dargestellt wird.

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Man kann dieses Buch in seiner Ernsthaftigkeit nicht für voll nehmen. Dennoch liegt viel Sympathie und Charme in dem Gedanken, einer so trivialen Tätigkeit so viel Aufmerksamkeit und Perfektionismus zu widmen. Und selbst wenn man die meiste Zeit nur über Rees schmunzelt – seine Anleitung ist fachlich tadellos.

Auch zu empfehlen: Der Anhang über „Weine, die wie Bleistifte schmecken“ und „Wallfahrtsorte für Bleistiftliebhaber“. Für sie wäre dieses Buch auf jeden Fall ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Wer David Rees in Aktion sehen möchte, dem sei dieses Video ans Herz gelegt.