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Es gibt ziemlich viele tolle Bleistifte. Ein paar davon haben wir im Laden und möchten sie euch gern in nächster Zeit hier auf dem Blog vorstellen, damit auch alle, die uns nicht in Berlin besuchen können, eine Vorstellung davon bekommen, wie das Schreibgefühl mit ihnen ist.

Als ersten Bleistift dieser Serie haben wir den Mitsu-bishi Hi-uni gewählt. Und um gleich mit einem Trugschluss aufzuräumen: Er trägt zwar den selben Namen und auch das gleiche Logo wie die bekannte japanische Automobilfirma, die beiden haben aber nichts mehr miteinander zu tun. Nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlug sich der Mitsubishi-Konzern in heute über zweihundert rechtlich unabhängige Firmen, von denen viele noch unter dem Markennamen agieren. Deswegen auch der Bindestrich zwischen „Mitsu“ und „bishi“ beim Hersteller unseres Bleistifts. Der Name steht übersetzt für „drei Rauten“ – wie sie im Logo zu finden sind.

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Der „Hi-uni“ gehört der Uni-Reihe von Mitsu-bishi an und wird als einer der besten Bleistifte der Welt angesehen. In Deutschland ist er gar nicht so einfach zu bekommen – wir haben ein paar von unserer Japan-Reise mitgebracht.

Was zuerst auffällt: Der Stift wirkt durch die bordeauxrote, glänzende Lackierung sehr edel und klassisch. Die goldene Prägung ist äußerst präzise aufgebracht und sogar am hinteren Ende des Stiftes exakt mittig ausgerichtet. Eine Besonderheit, die man auch von anderen Mitsu-bishi-Stiften kennt, ist das runde Ende des sonst sechseckigen Stiftes. Beim Anspitzen macht der Hi-uni keinerlei Probleme, das rötliche Zedernholz ist sehr gleichmäßig verarbeitet und steht in fester Verbindung zur Mine.

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Nun zur Benutzung: Der Hi-uni ist in 22 (!) Stärken erhältlich; von 10B bis 10H. Wir haben derzeit HB, F (eine Zwischenstufe zwischen HB und H), 2B sowie 10B im Sortiment.

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Mitsu-bishi 1

Bei den ersten Strichen fällt auf: der Hi-uni gleitet unerwartet leicht und weich über das glatte Papier, so leicht, dass man fast die Kontrolle darüber verliert. Das ist erst ungewohnt, macht aber auch Spaß. Man kann sich ganz dem Zeichnen hingeben, kein Widerstand bremst den Stift und er reagiert auf die kleinste Druckveränderung. Für meinen Geschmack ist die Stärke HB schon relativ weich, 2B und vor allem 10B lassen die Papierstruktur sichtbar werden. 10B empfehle ich daher vor allem für Schraffuren, er lässt sich gut verreiben und kann durch seine beeindruckend dicke Mine auch flach auf das Papier aufgesetzt werden. Das trifft auf die anderen Stärken nicht zu: sie lassen sich sehr gut radieren und verwischen nicht, was auch für Linkshänder ein Pluspunkt ist. Insgesamt würde ich die Bleistifte eher zum Zeichnen denn zum Schreiben empfehlen, da sie so geschmeidig und weich über das Papier gleiten – aber das ist Geschmackssache.

Mitsu-bishi_hiuni